


Westfälische Nachrichten, 18.09.2008
"Kein Leichtsinn bei Brustschmerzen"
"Was von selbst kommt, geht auch von
selbst."
Diese scheinbar ur- westfälische Binsen- weisheit kann tödlich
sein. Und zwar im Falle eines Herzinfarktes.
Wer fünf Minuten lang einen intensiven Dauerschmerz im Brustkorbbereich
verspürt, der sollte nicht darauf warten, dass es besser wird, sondern
lieber der Berufserfahrung von Dr. Peter Kleine-Katthöfer, Chefarzt für
Herz- und Gefäßerkrankungen am Franziskus-Hospital, vertrauen. Seine
Empfehlung: "So schnell wie möglich ins Krankenhaus!"
Kleine-Katthöfer war gestern Abend einer von acht Ärzten, die beim
Franziskus-Forum zu Wort kamen. Mit dieser neuen
Informationsveranstaltung "rund um die Gesundheit" wendet sich das
Krankenhaus an Patienten, Angehörige und Interessierte. Gestern hieß im
Franziskus-Carré vor rund 100 Zuhörern das Thema: "Plötzlicher
Brustschmerz - Ursache, Vorsorge und Behandlungsmöglichkeiten".
Nun, ein drohender Herzinfarkt kann einer der Gründe für Brustschmerzen
sein. Zugegebenermaßen ein besonders dramatischer. Denn trotz des
medizinischen Fortschritts sterben auch heute noch sechs Prozent der
Herzinfarkt-Patienten nach der Einlieferung ins Krankenhaus, so der
Kardiologe. "Die Uhr tickt unaufhaltsam", ließ Kleine-Katthöfer keinen
Zweifel daran, dass jede Minute, die ungenutzt verstreiche, die
Todesgefahr und das Risiko von Spätfolgen erhöhe.
Kleine-Katthöfers Kollege Dr. Manfred Felsch aus der kardiologischen
Praxis im Franziskus-Carré wies auf zwei andere Erkrankungen hin, die
sich in Form von Brustschmerzen bemerkbar machen, zum einen die
Herzmuskelentzündung, zum anderen ein Einriss der Hauptschlagader.
Letztere Erkrankung, das wurde schnell deutlich, ist weitaus seltener
als der Infarkt, aber nicht ungefährlicher.
Das Zusammenspiel von niedergelassenen Ärzten und Krankenhausärzten ist
Teil des Veranstaltungskonzeptes. So teilten sich auch die beiden
Lungenspezialisten Dr. Hans Georg Tietjen und Dr. Arne Wichmann ihren
Part zum Thema Brustschmerzen. Sie referierten über eine sehr
schmerzhafte Form von Beschwerden im Brustbereich, nämlich über die
Rippenfellentzündung. (Text: Klaus Baumeister / Foto: Oliver Werner)

Insgesamt viermal im Jahr bietet das St. Franziskus-Hospital
gemeinsam mit den Fachärzten des FranziskusCarrés Vorlesungen zu Themen
rund um Gesundheit und Krankheit an. Immer berichten renommierte
Fachleute in ihren Vorträgen über Ursachen, Verlauf, Diagnostik und
Therapiemöglichkeiten häufiger Symptome und Krankheitsbilder.

"Großer Tag in einem großen Jahr"
Na, wenn das kein
Kompliment ist! Und dann auch noch aus ministerlichem Munde. Karl Josef
Laumann verriet gestern, weshalb er das Franziskus so gern ansteuert. "Eine der schönsten Bräute in der Krankenhauslandschaft" umgarnte er
das Hospital am Hohenzollern-Ring. Fast wie auf Brautschau. Und übertrug das eins zu eins auf das funkelnagelneue Franziskus-Carré.
Bei dessen offizieller Eröffnung sparte der NRW-Gesundheitsminister
gestern aber auch nicht mit gewohnt klaren Worten. "Ein Krankenhaus ist
für mich kein normales Unternehmen. Und die Menschen darin keine
normalen Kunden." Zwar müssten die Zahlen stimmen, aber auch der Geist
des Hauses. Deshalb würdigte der CDU-Politiker ausdrücklich die
Schwestern, die Mauritzer Franziskanerinnen: "Durch ihren Rieseneinsatz
über Jahrzehnte hin haben sie den Grundstein gelegt für das, was wir
hier heute sehen."
Für einen Rundgang reichte Laumanns Zeit anschließend zwar nicht mehr,
dafür aber lauschte er umso interessierter, was Geschäftsführer
Burkhard Nolte und Dr. Rudolf Kösters als Vorsitzender der St.
Franziskus-Stiftung über das Carré-Projekt berichteten. "Ein großer Tag
in einem großen Jahr", überschrieb Kösters die feierliche Einweihung,
zu der auch eine Einsegnung der Räume durch Pater Gisbert Schütte und
Krankenhausseelsorgerin Annegret Wolf gehörte. Denn dieser Festakt war
noch nicht der letzte: Im Oktober feiert das Krankenhaus offiziell 150.
Geburtstag. Doch der Tag gestern galt nicht dem Blick zurück, er galt
dem Blick nach vorn, er galt dem Carré: Mit 16 Facharztpraxen, Apotheke
und medizinischen Dienstleistern sei es "ein medizinisches
Kompetenzzentrum", ergänzt durch das Café Bröker und den Friseur als
"Oasen der Erholung".
Ganz bewusst, so Nolte und Kösters übereinstimmend, habe sich das
Krankenhaus zu einem Projekt entschlossen, das auf Kooperation mit
selbstständigen Partnern basiere. Und diese, das betonten Prof. Dr.
Daniel Pauleikhoff und Dr. Hans Tietjen im Namen der Mietergemeinschaft
im Carré, fühlen sich "rundum wohl". Das soll sich auf die Patienten
und Besucher übertragen. Sie alle schloss Pater Gisbert Schütte in
seinen Segen ein und erinnerte dabei an Franz von Assisi als
Symbolfigur, der Menschen in Grenzsituationen geholfen habe, der ihnen
die Kraft gab, Krankheit und Trübsal zu ertragen.
Dieses Vorbild hoch zu halten, daran appellierte auch Minister Laumann
ausdrücklich: "Menschlich und medizinisch muss es stimmen."
(Text: Martina Döbbe / Fotos: Oliver Werner)
MAGS (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen), 10.08.2007
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: "Ärztliche und nichtärztliche Gesundheitsberufe müssen besser kooperieren!"
Düsseldorf, 10.08.2007
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:
"Ärztliche und nichtärztliche Gesundheitsberufe müssen stärker
zusammenarbeiten, die Abschottung zwischen ambulanter und stationärer
Versorgung muss ein Ende haben. Der Arzt, die Krankenschwester, der
Apotheker oder auch das Sanitätshaus - sie alle sollten in die
Versorgung unserer Patienten besser einbezogen werden!" Das sagte
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann heute (10. August 2007) in
Münster anlässlich der Eröffnung des "FranziskusCarrée", dem neuen
medizinischen Dienstleistungszentrum des St. Franziskus-Hospitals.
Dem Gedanken der interdisziplinären Zusammenarbeit trügen bereits
viele nordrhein-westfälische Kliniken Rechnung, erklärte der Minister.
So auch das "FranziskusCarrée". In enger Anbindung an das angrenzende
Franziskus Hospital sind in dem Zentrum z.B. Diabetologen,
Dermatologen, HNO-Ärzte und Kardiologen, aber auch Hörgeräteakustiker,
Physiotherapeuten und eine orthopädische Werkstatt ansässig. Ebenso
haben dort das ambulante OP-Zentrum und die erweiterte Endoskopie ihren
Platz. "Hier arbeiten ambulante und stationäre Versorgung, Ärzte und
Therapeuten eng miteinander. Und garantieren dadurch eine bestmögliche
Behandlung und Versorgung der Patienten", betonte Laumann.
"Oft müssen Patienten an den Schnittstellen zwischen den einzelnen
Versorgungsbereichen die Koordination selbst in die Hand nehmen. Sie
müssen den Fortgang der für sie richtigen Therapie selbst organisieren,
weil ihnen der richtige Ansprechpartner fehlt", erklärte Laumann. "Hier
besteht in unserem Gesundheitssystem, insbesondere angesichts der
veränderten Altersstruktur und der Zunahme chronischer Erkrankungen und
Mehrfacherkrankungen, noch deutlicher Verbesserungsbedarf", so der
Minister.
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